Bericht der Taunuszeitung

Taunus Zeitung vom 22.03.2021, Seite 13

„Der Mensch ist ein soziales Wesen“

KRONBERG – Angela Hess arbeitet als Coach und hilft jungen Menschen in Krisenzeiten – nicht nur während Corona

Jugend-Coach Angela Hess half Jakob, die schlechten Erfahrungen mit seiner alten Schule hinter sich zu lassen. Foto: Esther Fuchs

Mit Jeans und Turnschuhen steht Jakob gut gelaunt vor seiner ehemaligen Schule. Es geht ihm gut. Das war nicht immer so. Jakob erzählt: „Ich hatte einen richtigen Klumpen im Bauch, wenn ich hierher musste. Endlich habe ich nicht mehr dieses dumme Gefühl.“ Jakob ist intelligent und hatte in der Schule nie Verständnisprobleme. Im Gegenteil: Als Kann-Kind wurde er ein Jahr früher eingeschult und konnte bei Eintritt in die Grundschule bereits Lesen.

„In der Altkönigschule habe ich mich aber irgendwie nie richtig wohl gefühlt“, sagt Jakob und ist froh, dass er irgendwann dank professioneller Hilfe den Ausstieg aus der Schul-Angst schaffte. Jakob lebt mit seiner drei Jahre jüngeren Schwester und den Eltern in Kronberg. Die Grundschulzeit verbrachte er in Oberhöchstadt. Danach ging es weiter auf den Gymnasialzweig der Altkönigschule. „Dort sind meine Freunde hin. Also bin ich mitgegangen.“, erinnert er sich.

Mit dem Schulwechsel setzte jedoch ein schleichender Prozess ein, der Jakob emotional zerriss. „Da war ein Lehrer, der war richtig fies zu mir. Und ich konnte das nicht verarbeiten. Anfangs ging das alles noch irgendwie. Die Schüler waren ja nett und so. Aber ich fühlte mich am Ende einfach nur noch schlecht.“

Zum Jahreswechsel 2019/20 zog Jakob die Reißleine. „Es ging nicht mehr“, sagt er. Seine Mutter ergänzt: „Es gab nur noch Stress, Verweigerung und Frust, den Jakob mit nach Hause brachte. Wir entschieden uns, Angela Hess um Hilfe zu bitten.“ Hess ist Coach für Kids und Teens. Seit Jahren arbeitet sie mit Kindern und Jugendlichen, die durch Erlebnisse im persönlichen Umfeld emotional aufgeladen sind und nur schwer aus eigener Kraft hinausfinden. So können beispielsweise Angst vor der Schule, dem Zahnarzt oder der eigenen Persönlichkeit die gesunde geistige und körperliche Entwicklung junger Menschen behindern. Die Corona-Pandemie habe die Probleme für Kinder und Jugendliche nicht leichter gemacht. Keine Schule, keine Freunde, keine soziale Interaktion. Die nun schon seit über einem Jahr bestehenden gravierenden Veränderungen im Alltag prägten nicht nur die Kinder und Jugendlichen, die bei ihr Hilfe suchen, erklärt Hess.

Sie erfährt während der Treffen, wo die Probleme liegen, welche genauen Ursachen dahinterstecken, und wie sich durch bestimmte Erlebnisse die Psyche verändern kann. Als Kids und Teens Coach hat sie entsprechend der Altersgruppen unterschiedliche Verhaltensänderungen festgestellt.

„Während Grundschulkinder bereits im ersten Lockdown extrem gelitten haben, haben Jugendliche den ersten Lockdown noch relativ gut weggesteckt. Sie trösteten sich damit, mal nicht schick und gestylt morgens in die Schule gehen zu müssen. Man konnte auf Schminke verzichten und musste keine besonderen Klamotten tragen.“

Teenager testen sich gegenseitig aus

Doch die anfängliche Akzeptanz und Geduld hätten sich nach Wochen des Wartens und Hoffens bereits zum Sommer hin in Frust und Unmut verwandelt. „Nun im zweiten Lockdown sind die Schüler einfach genervt, und man spürt, dass sie ihre Peer-Gruppen und das Leben unter Gleichaltrigen vermissen.“

Teenager testen sich aus, wenn sie mit Gleichaltrigen zusammen sind. Die Zeiten, die gemeinsame Treffen am Wochenende möglich machten, sind lange vorbei. Lerngruppen am Nachmittag mit kleinen Plauderpausen? Auch die erste Liebe lässt in Corona Zeiten auf sich warten. „Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht die Interaktion“, unterstreicht Angela Hess.

In ihren Treffen begeben sich Kinder und Jugendliche bei geschlossenen Augen auf die Reise ins innere Ich. Sie erzählen, wo und wie sie sich unwohl fühlen. Diese Gefühle entstehen aus Schlüsselerlebnissen, die in den Treffen nach und nach identifiziert werden. In Gesprächen werden sie aufgearbeitet und mit positiven Erlebnissen ausgeglichen.

„Bei Jakob war es der Lehrer, der ihn nicht verstehen wollte oder konnte. Die Angst versuchte er in seinem Innern einzukapseln“, erklärt Hess.

Angst, Frust und emotionale Abgeschlagenheit hinderten ihn daran, dem Thema Schule Positives abzugewinnen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Unter Einbeziehung der Familie half Hess Jakob, seinen Frust zu überwinden. Der Teenager begab sich mit seinem Coach auf die Reise in die eigene Gefühlswelt und erzählte schrittweise, was sich in seinem Inneren angestaut hatte. „Endlich konnte ich meine Probleme loswerden und fühlte mich verstanden.“ Ein Schulwechsel im Sommer 2020, für den sich die Familie gemeinsam entschied, brachte dann auch endlich Jakobs Lebensfreude zurück. Auch hierbei begleitete Hess die Kronberger Familie. „Es war die richtige Entscheidung. Der Klumpen im Bauch ist verschwunden. Die Lehrer sind nett und hilfsbereit zu mir“, berichtet Jakob seine Eindrücke. Sein Fazit: Die Gedanken an die ehemalige Schule hat er aufgearbeitet. „Ich habe gelernt. meine Erinnerungen loszulassen. Auch dabei half mir mein Coach.“

Esther Fuchs

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